Dem Gottesdienst lag ein Bibelwort zugrunde, aus dem Psalm 84, 2,3,5: „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.“
Zu Beginn lenkte Apostel Korbien seinen Blick auf das Jubiläum der Gemeinde und schaute zurück, als die ersten Geschwister versiegelt wurden. Damals reisten sie dafür nach Coswig und stellten überraschend fest, dass dort gleichzeitig die Kirchweihe stattfand. Für die Gläubigen jener Zeit wäre es unvorstellbar gewesen, dass ihre Gemeinde 100 Jahre später ein Jubiläum feiern würde. Der Apostel machte deutlich, wie sehr sich die Neuapostolische Kirche seitdem weltweit entwickelt hat, besonders in Afrika. Heute haben wir einen französischen Stammapostel, einen Bezirksapostel, der nach Russland reist und einen Apostel, der erst in der vergangenen Woche eine Kirche in Polen eingeweiht hat. Dieser Rückblick verdeutlichte, wie sich Gottes Werk global entfaltet hat, mit neuen Regionen, in denen der neuapostolische Glaube stark gewachsen ist, während frühere Standorte mit der Zeit verschwunden sind.
Nach einem Musikstück trugen Yvette P. und Heinz D. die Kurzchronik dialogisch vor, eine unkonventionelle und zugleich sehr interessante Art der Darstellung, in der die treue Mitarbeit vieler Geschwister in der Region gewürdigt wurde.
Anschließend erinnerte der Apostel daran, dass der Tempel in Jerusalem einst der Ort war, an dem Gott wohnte. Mit Jesus Christus änderte sich jedoch vieles. Gottes Gegenwart ist nun überall dort, wo Gläubige sich in seinem Namen versammeln, selbst in einfachen Wohnungen, wie es auch in der Anfangszeit in Jessen üblich war. Wir können dankbar sein, dass wir den Glauben heute offen und in Kirchen ausüben können. Es sei ein Anspruch und Auftrag für die Zukunft, dass die Gemeinde zur Wohnung Gottes wird und sein Geist dort regiert, betonte der Apostel. Dabei gäbe es jedoch einen Unterschied zwischen Besuchern und denen, die in der Wohnung leben. Wer in der Gemeinde wohnt, trägt Verantwortung, bringt sich ein und unterstützt mit seinen Gaben und Fähigkeiten. Er verdeutlichte dies am Bild vom Staubwischen: Ein Besucher sollte sich nicht einmischen, ein Haushaltsmitglied aber durchaus, denn es trägt mit.
Apostel Korbien gedachte der Zeiten, in denen Brüder Nächte in der Kirche verbrachten, um sie im Winter zu heizen, und mahnte zu Dankbarkeit und Wertschätzung aller Dienste. Gemeinde könne nur bestehen, wenn jeder etwas mitbringt, nicht mit der Einstellung „Was bringt mir das?“, sondern „Was kann ich beitragen?“ Abschließend wurde das Bild der Weisen aus dem Morgenland genutzt. Sie kamen, brachten ihre Gaben, beteten den Herrn an. Sie gingen zwar mit leeren Händen, aber mit einem erfüllten Herzen zurück. Wer mit seinen Gaben kommt, geht geistlich erfüllt wieder nach Hause.
Bezirksvorsteher Priester Mirko Kramer wurde zu einem Wortbeitrag gebeten. Gottesdienste, Musik und ein aktives Gemeindeleben prägen bis heute diese Gemeinde. In der Rückschau wurde deutlich, dass die Entwicklung der Gemeinde nicht selbstverständlich war. Es konnte nur eine blühende Gemeinde entstehen, weil alle bereit waren zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und die Gemeinde sowohl äußerlich als auch innerlich aufzubauen. Wie in einer Familie wächst man auch in diese Aufgaben hinein.
Musikalisch wurde der Gottesdienst abwechslungsreich und feierlich durch Chorgesang sowie das Spiel zweier Harfen mitgestaltet.
Neuapostolische Kirche