Mit der Stadt Lübben verbinden die meisten Deutschen die unmittelbare Nähe zum Spreewald, einem einzigartigen Landschaftsgebiet. Es ist aber nicht nur der Spreewald, weshalb die Stadt für viele Touristen beliebt ist. Lübben ist auch der Ort, an dem Paul Gerhardt, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenlieddichter, als Pfarrer von 1669 bis zu seinem Tod am 27. Mai 1676 gewirkt hat. 2026 ist das Gedenkjahr zum 350. Todestag von Paul Gerhardt.
Bezeichnenderweise trägt die Neuapostolische Gemeinde in Lübben den Namen „Spreewald“. Mit der Einweihung des Kirchenneubaus in Lübben fusionierten mehrere Gemeinden zur Gemeinde Spreewald. Nach einer Kontaktaufnahme im November 2025 mit dem Gemeindevorsteher wurde einvernehmlich der Sonntag, der 14. Juni 2026, als Besuchstermin festgelegt.
Am Sonntag früh galt es, genügend Zeit für den bis zu 90 km langen individuellen Anfahrtsweg einzuplanen, um rechtzeitig am Gottesdienstort einzutreffen. Bei trockenem Wetter warteten die Senioren draußen auf dem Vorplatz der Kirche auf die letzten Ankömmlinge. Beim Eintritt in die Kirche wurden wir freundlich begrüßt und nahmen im geräumigen Kirchensaal Platz. Aufmerksam lauschten wir den Violinvorträgen und dem Chorgesang. Grundlage des Gottesdienstes war das Bibelwort aus Nehemia 8,10.
Nach dem Gottesdienst bestand die Gelegenheit, sich im Foyer am reich gedeckten Tisch zu bedienen. Trotz des relativ geringen Bekanntheitsgrades gab es einige Anknüpfungspunkte und es entwickelte sich eine lebendige Gesprächsatmosphäre. Der Seniorenchor hatte sich im Vorfeld dieses Ausfluges vorgenommen, nicht mit leeren Händen nach Lübben zu fahren. Und so nahmen wir sechs Fototassen mit dem Schriftzug „Seniorenchor Bezirk Torgau“ und dem Aufdruck einer symbolischen Notenzeile mit ins Reisegepäck. Das Geschenk wurde noch durch einige Zutaten für eine Kaffeerunde ergänzt. Im Laufe dieses Brunchs wurde dem Wunsch Rechnung getragen, noch gemeinsam zu singen. Dazu gingen wir in den Kirchensaal und sangen mit Klavierbegleitung froh und beschwingt einige Volks- und Kirchenlieder aus mitgebrachten Notenblättern. Das wohl bekannteste Sommerlied aus der Feder von Paul Gerhardt, „Geh’ aus, mein Herz, und suche Freud“, durfte dabei nicht fehlen.
Wegen des Landesposaunentages der evangelischen Kirche war in Lübben Hochbetrieb und wir waren froh, dass ein Ehepaar aus dem Kreis der Lübbener Senioren Lotse zu einem günstig gelegenen innerstädtischen Parkplatz spielte. Von dort war der Fußweg zur Paul-Gerhardt-Kirche am Markt nicht weit. In dieser ehrwürdigen Kirche war der Hauch der Geschichte zu spüren. Die linke Wand zierte eine Bildsammlung zeitgenössischer Grafiker über die moderne Darstellung der 10 Gebote. Weiter vorn lagen in zwei Vitrinen eine Vielzahl von Gesangbüchern vieler Sprachen, Länder und Konfessionen. Ein „Gesangbuch der Neuapostolischen Kirche“ war auch zu entdecken.
Nach dieser Besichtigung begaben sich einige Senioren auf ihren Heimweg. Die anderen gingen mutigen Schrittes zur Schlossinsel. An einem Verkaufsstand für verschiedenste Eissorten konnten wir nicht einfach so vorbeigehen. Beim gemütlichen Gang über die Schlossinsel wagten einige den Eintritt in das mit mannshohen Hecken gestaltete Labyrinth. Die Sorge war unbegründet: Einige Zeit später waren die Spaziergänger wieder vollzählig. Interessant war auch der Gang durch den Klanggarten. Mit natürlichen Mitteln wurden einfache klangbildende Instrumente nachgebildet.
Trotz ungünstiger, wechselhafter Wettervorhersage hielt das trockene Wetter während des Nachmittags an. Einen gemütlichen Ausklang dieses Sonntagsausflugs gab es bei Kaffee und Kuchen in einer Bäckereifiliale am Markt mit einem Blick auf den „Held“ des Jahres 2026 in Lübben: das Denkmal von Paul Gerhardt. Mit guten Eindrücken traten die Senioren die Heimreise an. Vielen Dank den Glaubensgeschwistern der Gemeinde Spreewald für die herzliche Aufnahme und Mittagsversorgung.
Neuapostolische Kirche