Den Festgottesdienst anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Gemeinde erlebten die Geschwister der Gemeinde Jessen bereits am 26. November 2025. Gottesdienst zum Jubiläumsauftakt in Jessen Apostel Jens Korbien betrat die voll besetzte Kirche unter dem Gesang des Eingangsliedes „Lasst uns fröhlich Lieder singen“. Er diente mit dem tagesaktuellen Bibelwort aus Hebräer 10,23: „Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.“
Der Apostel griff zunächst das Eingangslied auf, in dem Glaube, Liebe und Hoffnung als untrennbare Einheit beschrieben werden. Diese drei Grundhaltungen haben das Gemeindeleben über die vergangenen 100 Jahre hinweg stets geprägt und lassen sich nicht voneinander trennen. Ebenso lange ist das gemeinsame Singen ein fester Bestandteil zum Lobe Gottes.
Danach richtete er den Blick nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf Gegenwart und Zukunft. Eine Gemeinde soll ein Ort sein, an dem Menschen sich wohlfühlen und Glück erfahren können. Dabei wies er auch auf menschliche Grenzen hin. Nicht immer gelinge es, diesen Anspruch vollständig zu erfüllen. Konflikte, Schwächen und persönliche Enttäuschungen gehören auch zum Gemeindeleben.
Ein weiterer Gedanke war die Bedeutung des Friedens für das persönliche und gemeinschaftliche Leben. Frieden wird nicht nur als Abwesenheit von Streit verstanden, sondern als umfassende Harmonie zwischen Menschen und Gott, den Mitmenschen und sich selbst. Dieser Frieden ist eine Gabe Christi und Voraussetzung für inneres Glück. Es sei auch wichtig, Frieden mit der eigenen Vergangenheit zu schließen, Sorgen um die Zukunft im Vertrauen auf Gott zu überwinden und so die Gegenwart angstfrei und zuversichtlich zu gestalten. Die Treue Gottes zeigt sich in vielen persönlichen Lebensgeschichten, wie Gott auch in schwierigen Zeiten begleitet und hilft. Daraus erwächst Vertrauen, das nicht nur auf die Zukunft gerichtet ist, sondern bereits heute Kraft und Frieden schenkt.
So wie die ersten christlichen Gemeinden wollen wir beständig bleiben in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet. Diese Bestandteile sollen weiterhin das Leben der Gemeinde prägen und nicht als Selbstverständlichkeit angesehen werden, sondern als Geschenk Gottes bewusst wahrgenommen werden.
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes wurde Diakon Bernd Thieme in den Ruhestand versetzt. Er war seit Dezember 1987 als Amtsträger tätig. Apostel Korbien dankte ihm herzlich für seine jahrzehntelange Tätigkeit sowie seinen engagierten und zuverlässigen Einsatz in den Gemeinden Elster und Jessen.
Der Gottesdienst wurde musikalisch vom Gemeindechor und einem Flötenquartett mitgestaltet. Zum Abschluss richtete der Bürgermeister der Stadt Jessen noch wertschätzende Worte und Glückwünsche zu ihrem Jubiläum an die Gemeinde.
Neuapostolische Kirche